| Weihnachtsgeschichte,
die biblische Erzählung von der Geburt Jesu
in Bethlehem,
in den Evangelien von Matthäus und Lukas im Neuen Testament:
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria,
seine Mutter, war
mit Josef
verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte
sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen
Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen
wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während
er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel
des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht,
Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet,
ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst
du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden
erlösen. [...] Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des
Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte
sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen
Jesus.
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes
in Bethlehem
in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach
Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden?
Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm
zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er
und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und
Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei
ihnen, wo der Messias
geboren werden solle. Sie antworteten ihm:
In Bethlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten [...].
Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ
sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann
schickte er sie nach Bethlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig
nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet
mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten
des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den
sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo
das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden
sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das
Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder
und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und
brachten ihm Gold,
Weihrauch
und Myrrhe
als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren,
zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.
Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im
Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und
seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich
dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um
es zu töten. Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem
Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum
Tod des Herodes. [...]
Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten,
wurde er sehr zornig, und er ließ in Bethlehem und der ganzen
Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau
der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte.
(Matthäus 1, 18 - 2, 16.)
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner
des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum erstenmal;
damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine
Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef
von der Stadt Nazaret
in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem
heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit
Maria,
seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam
für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn,
den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in
eine Krippe,
weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten
auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der
Engel
des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der
Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde
euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden
soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er
ist der Messias,
der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen:
Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer
Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes
himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott
in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner
Gnade.
Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt
waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Bethlehem,
um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.
So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in
der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen
über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten,
staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles,
was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn
für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles
war so gewesen, wie es ihnen geweissagt worden war.
Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden
sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte,
noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.
(Lukas 2, 1-21.)
Das Jahr 2003, in dem dieses Lexikon zur Weihnachtszeit erscheint,
wurde zum Jahr der Bibel“ ausgerufen. Ob dies die
Lektüre im Buch der Bücher“, das nach
einem weit verbreiteten Vorurteil als schwer verdaulich gilt, gefördert
hat, steht freilich in den Sternen.
Die vorstehende Wiedergabe der Weihnachtsgeschichte aus der Bibel soll jedenfalls auch dazu
anregen, eins der lesenswertesten Werke der Weltliteratur wieder
einmal zur Hand zu nehmen.
 |
 |
Albrecht Dürer: Die Geburt Christi
(Ausschnitt) um 1503. |
|
 |
 |
Albrecht Dürer: Die Flucht nach
Ägypten; um 1503/04. |
Christmas story,
the biblical count of the birth of Jesus
in Bethlehem,
in the gospels of Matthew and Luke in the New Testimony:
Now the birth of Jesus Christ was like this; for after his mother,
Mary ( Maria),
was engaged to Joseph ( Josef),
before they came together, she was found pregnant by the Holy Spirit. Joseph, her
husband, being a righteous man, and not willing to make her a public
example, intended to put her away secretly. But when he thought
about these things, behold, an angel ( Engel)
of the Lord appeared to him in a dream, saying, Joseph, son of David, don't be afraid
to take to yourself Mary, your wife, for that which is conceived
in her is of the Holy Spirit. She shall bring forth a son. You shall
call his name Jesus, for it is he who shall save his people from
their sins. [...] Joseph arose from his sleep, and did as the angel
of the Lord commanded him, and took his wife to himself; and didn't
know her sexually until she had brought forth her firstborn son.
He named him Jesus.
Now when Jesus was born in Bethlehem
of Judea in the days of Herod ( Herodes)
the king, behold, wise men from the east came
to Jerusalem, saying, Where is he who is born King of the
Jews? For we saw his star ( Stern)
in the east, and have come to worship him. When Herod the king heard it, he was troubled,
and all Jerusalem with him. Gathering together all the chief priests
and scribes of the people, he asked them where the Christ
( Christkind)
would be born. They said to him, In Bethlehem of Judea, for
thus it is written through the prophet [...].
Then Herod secretly called the wise men, and learned from them
exactly what time the star appeared. He sent them to Bethlehem,
and said, Go and search diligently for the young child. When
you have found him, bring me word, so that I also may come and worship
him. They, having heard the king, went their way; and behold,
the star, which they saw in the east, went before them, until it
came and stood over where the young child was. When they saw the
star, they rejoiced with exceedingly great joy. They came into the
house and saw the young child with Mary, his mother, and they fell
down and worshiped him. Opening their treasures, they offered to
him gifts: Gold,
frankincense (, Weihrauch),
and myrrh ( Myrrhe).
Being warned in a dream that they shouldn't return to Herod, they
went back to their own country another way.
Now when they had departed, behold, an angel of the Lord appeared
to Joseph in a dream, saying, Arise and take the young child
and his mother, and flee into Egypt, and stay there until I tell
you, for Herod will seek the young child to destroy him. He
arose and took the young child and his mother by night, and departed
into Egypt, and was there until the death of Herod [...].
Then Herod, when he saw that he was mocked by the wise men, was
exceedingly angry, and sent out, and killed all the male children
who were in Bethlehem and in all the surrounding countryside, from
two years old and under, according to the exact time which he had
learned from the wise men.
(Matthew 1, 18 - 2, 16.)
Now it happened in those days, that a decree went out from Caesar
Augustus that all the world should be enrolled. This was the first
enrollment made when Quirinius was governor of Syria. All went to
enroll themselves, everyone to his own city. Joseph also went up
from Galilee, out of the city of Nazareth
( Nazaret),
into Judea, to the city of David, which is called Bethlehem, because he was
of the house and family of David; to enroll himself with Mary, who
was pledged to be married to him as wife, being pregnant. It happened,
while they were there, that the day had come that she should give
birth. She brought forth her firstborn son, and she wrapped him
in bands of cloth, and laid him in a feeding trough, because there
was no room for them in the inn.
There were shepherds
( Hirten)
in the same country staying in the field, and keeping watch by night over their flock. Behold,
an angel of the Lord stood by them, and the glory of the Lord shone
around them, and they were terrified. The angel said to them, Don't
be afraid, for behold, I bring you good news of great joy which
will be to all the people. For there is born to you, this day, in
the city of David, a Savior, who is Christ the Lord. This is the
sign to you: you will find a baby wrapped in strips of cloth, lying
in a feeding trough. Suddenly, there was with the angel a
multitude of the heavenly host praising God, and saying, Glory
to God in the highest, On earth peace, good will toward men.
It happened, when the angels went away from them into the sky,
that the shepherds said one to another, Let's go to Bethlehem,
now, and see this thing that has happened, which the Lord has made
known to us. They came with haste, and found both Mary and
Joseph, and the baby was lying in the feeding trough. When they
saw it, they publicized widely the saying which was spoken to them
about this child. All who heard it wondered at the things which
were spoken to them by the shepherds. But Mary kept all these sayings,
pondering them in her heart. The shepherds returned, glorifying
and praising God for all the things that they had heard and seen,
just as it was told them.
When eight days were fulfilled for the circumcision of the child,
his name was called Jesus, which was given by the angel before he
was conceived in the womb.
(Luke 2, 1-21.)
The year 2003 in which this lexicon will be published has been
pronounced the Year of the Bible. Whether this in fact
will promote reading the Book of Books which, according
to widespread prejudice, is deemed no easy read, naturally is written
in the stars ( Stern).
The above rendition of the Christmas story
from the Bible should in any event also serve as an enticement to
take to one of the world's literary masterpieces.
|