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Prager Markt


Offizieller Name: Ceská Republika / Tschechische Republik Hauptstadt: Prag Lage: 49° 45' Nord 15° 30' Ost Fläche: 78.866 km2 Bevölkerung: 10.246.178 (Juli 2004) Kinder im bescherungspflichtigen Alter: 1.538.463 (15%), davon 789.987 Jungen und 748.476 Mädchen Religionszugehörigkeit: römisch-katholisch 39,2%, protestantisch 4,6%, orthodox 3% Muttersprache: Tschechisch Währung: 1 Tschechische Krone = 100 Heller EU-Beitritt: 2004 Sitze im EU-Parlament: 24 Official designation: Ceská Republika / Czech Republic Capital: Prague Location: 49° 45' North 15° 30' East Area: 78,866 km2 Population: 10,246.178 (July 2004) Number of children old enough to receive Christmas gifts: 1,538,463 (15%), of which 789,987 boys and 748,476 girls Religious confession: Roman-Catholic 39.2%, Protestant 4.6%, Orthodox 3% Native language: Czech Currency: 1 Czech Crown = 100 Heller Joined the EU: 2004 Seats held in EU Parliament: 24.

Am Abend des 5. Dezember, vor dem St.-
Nikolaus-Tag, finden auch in vielen tschechischen Städten Umzüge zu Ehren des Heiligen statt. Svaty Mikulás, wie er auf Tschechisch heißt, tritt hier in Gesellschaft eines schwarzen Teufels und eines weißen Engels auf. Der Teufel droht, einige besonders böse Kinder, von deren Streichen ihm berichtet wurde, mit sich in die Hölle zu nehmen, doch der Engel plädiert zu deren Gunsten und legt seinen Flügel dafür ins Feuer, dass die Schlingel sich im nächsten Jahr bessern werden. Und so lässt sich der gute Svaty Mikulás wieder einmal erweichen und bedenkt unterschiedslos alle Kinder mit seinen Gaben.

Wenn die tschechischen Kinder ungeduldig aufs Christkind warten, dann vertreiben sie sich die Zeit mit einem alten Brauch. Sie stellen eine große Schüssel mit Wasser auf den Boden und lassen darin Nussschalen schwimmen, in denen kleine brennende Kerzen befestigt sind. Durch geschicktes Pusten versuchen nun die Kinder,
ihr eigenes Nuss-Schiffchen an die gegenüberliegende Seite der Schüssel zu lenken und die Schiffchen der anderen Kinder zum Kentern zu bringen. Wessen Nussschale am längsten mit brennender Flamme schwimmt, dem ist ein langes Leben gewiss.

Die Ungeduld der Kinder richtet sich heute auch in Tschechien auf die Bescherung. In früheren Zeiten hingegen hatten die Geschenke zu Weihnachten zumal in den ärmeren Familien eher symbolische Bedeutung, dafür wurde das weihnachtliche Festmahl mit desto größerer Spannung erwartet. Nach einem alten Aberglauben bemühte sich nämlich der Familienvater, ein möglichst opulentes Weihnachtsmahl auf den Tisch zu bringen, hieß es doch: „Je mehr Gänge zu Heiligabend auf dem Tisch, desto mehr Getreide im nächsten Herbst auf dem Feld!“ In den frommen Familien, in denen vor Weihnachten gefastet wurde, versprach man den Kindern, wenn sie die Fastengebote streng einhielten, dann würden sie zu Weihnachten ein goldenes Schwein sehen. Und tatsächlich war nicht selten ein knusprig gegrilltes Spanferkel die Krönung des Abends.

Wenngleich die Bescherung in Tschechien früher zumal auf dem Lande von untergeordneter Bedeutung war, vergaß man doch nicht, auch den Nutztieren und Obstbäumen etwas zuzuwenden. Das Federvieh bekam Knoblauch, was die Legefreudigkeit steigern sollte. Kühe, Pferde und Ziegen durften sich über die Reste vom Christstollen hermachen. Und die Obstbäume wurden mit den Gräten des Weihnachtskarpfens gedüngt.

Rezept Download:
„original-tschechischen Weihnachtskarpfen“
(91kb)

Nach dem Abendessen scheint es manchmal, als fände keiner am Tisch als Erster den Weg in die Federn. Doch dann, nachdem sich Jung und Alt in der Runde mit verstohlenen Blicken darüber verständigt haben, stehen plötzlich alle gleichzeitig auf und begeben sich zu Bett. Dieses merkwürdige Gebaren beruht auf einem alten Aberglauben, nach dem derjenige in Jahresfrist sterben muss, der sich am Heiligen Abend zuerst vom Tisch erhebt.

Karpfenverkauf in Prag

On the evening of December 05, the day before St. Nicholas (Nikolaus), many Czech cities hold processions in honour of the said Saint. Svaty Mikulás as he is known in the Czech Republic, appears here in the company of a black devil and a white angel. The devil threatens to take some children who behaved particularly badly and whose pranks were reported to him with him to hell; but the angel pleads in their favour, swearing by its wings the rascals will behave better next year. Once again, the good old Svaty Mikulás yields and showers his gifts on the children, treating them all as equal.


Tschechischer Weihnachtsbrauch

When Czech children wait with impatience for the Christ-child they bide their time with an old custom. They place a large bowl filled with water onto the floor and let nutshells holding small burning candles swim in it. Blowing skilfully, the children now attempt to guide their own little “nut boat” to the opposite side of the bowl and make the boats of the other children topple. The owner of the nutshell which swims for the longest time with a burning candle is sure to have a long life.

Even in the Czech Republic, the impatience of children today is geared toward the giving of presents (Bescherung). In former days, on the other hand, gifts given at Christmas (Weihnachten) tended to have a rather symbolic meaning, especially in poorer families; instead, the Christmas banquet was awaited with much greater anticipation. According to an ancient superstition the family father endeavoured to bring as opulent a meal as possible to the table, after all: “The more courses on Christmas Eve (Heiligabend)are on the table, the more corn will be in the fields next fall!” Devout families who fasted before Christmas promised their children if they strictly adhered to the commands of fasting, they would see a golden pig for Christmas. And in fact it was rather common to have a crispy roasted sucking pig crown the evening.

Even if formerly the giving of presents in the Czech Republic, especially in the country side, was only secondary, people did not forget to give to the animals and fruit trees. The feathered flock was given garlic which was to enhance their laying rate. Cows, horses and goats could enjoy the leftovers of the Christmas loaf. And the fruit-bearing trees were fertilised with the bones of the Christmas carp.

Rezept Download:
original-Czech Christmas carp“
(91kb)

After dinner it sometimes seems as if no one by the table wants to be the first to leave. But then, after young and old have communicated with furtive glances, everybody suddenly gets up at the same time and goes to bed. This strange behaviour is based on an ancient superstition according to which such person will die by the end of the year that first leaves the table on Christmas Eve.

 

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