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Sagrada Familia, Barcelona

Offizieller Name: Espana – Hauptstadt: Madrid – Lage: 40° Nord 4° West – Fläche: 504.782 km². Bevölkerung: 40.280.780 (Juli 2004) – Kinder im bescherungspflichtigen Alter: 5.800.403 (14,4%), davon 2.989.053 Jungen und 2.811.350 Mädchen – Religionszugehörigkeit: römisch-katholisch 94% – Muttersprache: Spanisch 74%, Katalanisch 17%, Galizisch 7%, Baskisch 2% – Währung: 1 Euro = 100 Cent – EU-Beitritt: 1986 – Sitze im EU-Parlament: 54. Official designation: Espana, Kingdom of Spain – Capital: Madrid – Location: 40° North 4° West – Area: 504,782 km². Population: 40,280,780 (July 2004) – Number of children old enough to receive Christmas gifts: 5,800,403 (14.4%), of which 2,989,053 boys and 2,811,350 girls – Religious confession: Roman-Catholic 94% – Native language: Spanish 74%, Catalan 17%, Galician 7%, Basque 2% – Currency: 1 Euro = 100 Cent – Joined the EU: 1986 – Seats held in EU Parliament: 54.

Da bekanntlich St. Nikolaus schon im November per Schiff aus Spanien in Richtung
Niederlande abgereist ist und es einen Weihnachtsmann auf der iberischen Halbinsel nicht gibt, haben sich die Spanier einen Brauch ausgedacht, der die Bescherung zu einer kleinen, amüsanten Lotterie werden lässt. Mitten auf den Tisch wird nach dem Weihnachtsmahl die „Urne des Schicksals“ gestellt, gefüllt mit vielen kleinen, in Geschenkpapier gehüllten Geschenken. Reihum darf sich nun jeder daraus bedienen. Mit etwas Glück angelt sich jeder etwas aus der Urne, das ihm Freude macht – doch sind auch ein paar Nieten untergemischt.

Rezept Download:
„original-spanisches Pollo a la naranja“
(83,7kb)

Einen netten Brauch haben sich die Spanier übrigens für die Jahre mit einer sog. „Arbeitgeberweihnacht“ ausgedacht, in denen also einer der Weihnachtsfeiertage auf einen ohnehin arbeitsfreien Sonntag fällt. Dann wird der auf Weihnachten folgende Werktag zum Ersatz-Feiertag erklärt. Misstrauisch sollte man allerdings werden, wenn einem der Nachbar etwa erzählt, auch der 28. Dezember sei neuerdings ein Feiertag. Dieser Tag, der Día de los Inocentes („Tag der unschuldigen Kinder“), der an den bethlehemischen Kindermord durch König Herodes erinnern soll, hat nämlich in Spanien eine besondere, schalkhafte Bedeutung, unserem 1. April vergleichbar.

Auch das Silvesterfest wird in Spanien mit rauschenden Fiestas begangen. Die Stunde vor dem Jahreswechsel verbringen die meisten Spanier im Freien, um das freudige Ereignis gemeinsam zu feiern. In Madrid trifft man sich zum Beispiel alljährlich an der Puerta del Sol im Zentrum der Stadt, wo die Turmuhr das neue Jahr einläutet. Ihr Zifferblatt wird in diesen letzten Minuten des Jahres landesweit live im Fernsehen übertragen, während die Spanier den Brauch des Traubenessens zelebrieren, der angeblich auf das Jahr 1909 zurückgeht. Damals fiel die Weinernte so üppig aus, dass jemand auf die Idee kam, den Überschuss in der Silvesternacht auf eine originelle Weise abzubauen. Jeder Spanier sollte zu jedem mitternächtlichen Glockenschlag eine Weintraube in den Mund nehmen und sich dabei etwas wünschen. Wenn man mit den zwölf Schlägen die zwölf Trauben hinuntergeschluckt hat, dann bedeutet dies Glück und Gesundheit für das ganze bevorstehende Jahr. Mit einem denkwürdigen Fehlstart begann das Jahr 1997 für Millionen Spanier, die wie üblich ihre zwölf Weintrauben säuberlich in Schälchen oder Tütchen abgezählt hatten, um kurz vor Zwölf mit jedem Schlag der Glocke eine Traube als Glücksbringer in den Mund befördern zu können. Aber durch einen technischen Fehler schlug die Glocke von Puerta del Sol, per TV im ganzen Land übertragen, doppelt so schnell wie sonst. Ob nun 1997 die Spanier außergewöhnlich viel Pech gehabt haben? Jedenfalls erinnerten die Zeitungen bei jedem Unglück immer wieder an das missratene Traubenessen in der Nacht auf Neujahr.

 

Der bedeutendste Tag der Weihnachtszeit ist jedenfalls der 6. Januar, Dia des los Reyes Magos, das „Dreikönigsfest“, das mit Umzügen und einer großen Bescherung für die Kinder begangen wird. Die Heiligen Drei Könige reiten in der Nacht vom 5. Januar majestätisch gewandet und auf echten Dromedaren an der Spitze von langen Prozessionen in viele Ortschaften ein und verteilen Süßigkeiten an Kinder und Erwachsene. Um der Ankunft der Heiligen eine offizielle Würde zu verleihen und deren Rang für jedermann deutlich werden zu lassen, werden sie am Ortseingang vom Bürgermeister und anderen Honoratioren überaus feierlich begrüßt.



neu

Frau Mia Zwick schreibt uns aus dem spanischen Sevilla:

„Seit ich Rentnerin bin, verbringe ich die kalte Jahreszeit an Spaniens schönen Küsten und bin deshalb mit den hiesigen Weihnachtsbräuchen gut vertraut. Mit besonderem Interesse habe ich deshalb den Artikel über Spanien in Ihrem schönen Weihnachtsatlas gelesen. Fehler habe ich nicht gefunden – aber eins haben Sie ausgelassen, was für die meisten Spanier zu Weihnachten gehört wie für uns Deutsche Rauschgoldengel, Lametta und Lebkuchen. Ich meine ,El Gordo‘, die alljährliche Weihnachtslotterie. Auch ich habe mir wieder ein Los besorgt und sehe mit Spannung der Ziehung am 22. Dezember entgegen.“

Tatsächlich: Die berühmte spanische Weihnachtslotterie haben wir vergessen, in unserem Artikel über Spanien zu berücksichtigen – und das holen wir hier gern nach.

In einem sehr interessanten Büchlein über das ganze Drum und Dran des Weihnachtsfestes in aller Welt liest man zum Thema: „Jeder Spanier wäre empört, wenn nicht am 22. Dezember, wie jedes Jahr seit 1957, im spanischen Fernsehen die Ziehung der Weihnachtslotterie übertragen werden würden. Sie gehört zur spanischen Weihnacht wie der Baum, die Geschenke und die heiligen Drei Könige. Adrett gekleidete Schulkinder verkünden in immergleichem Singsang Tausende von Losnummern und Geldbeträgen.“ (Holger Wormer / Hubert Filser: Schöne Bescherung! Freiburg im Breisgau. Herder Verlag, 2004, S. 31.)

Die spanische Weihnachtslotterie gilt als größte und älteste Lotterie der Welt. Als König KARL III. (* 20. Januar 1716 † 14. Dezember 1788) sie im Jahre 1763 ins Leben rief, wollte er mit den Gewinnen die leere Staatskasse auffüllen. Die Losziehung in der bis heute gültigen Form, am 22. Dezember und mit der Verkündigung der Gewinn-Nummern durch einen Kinderchor, gibt es auch schon seit 1812. Vielleicht wird die diesjährige Lotterie alle Rekorde brechen, denn die Hochzeit des spanischen Prinzen FELIPE mit LETIZIA hat den Losverkauf beflügelt. Schon lange vor Weihnachten waren die Lose mit der Nummer 22504, die dem Hochzeitsdatum 22. Mai 2004 entsprechen, restlos ausverkauft. Erstmals müssen die Teilnehmer nicht den endlosen Nummern-Singsang im Fernsehen über sich ergehen lassen, um zu erfahren, ob sie gewonnen haben: Die staatliche Lotterieverwaltung ONLAE hat als besonderen Service die Benachrichtigung der Gewinner per SMS angeboten.

Aber wer darauf spekuliert, den Hauptpreis, genannt „El Gordo“ (der Dicke) abzuräumen, der wird sicher wie jedes Jahr gebannt vor dem Fernsehschirm hocken. Schließlich bringt „El Gordo“ in diesem Jahr 390 Millionen Euro ein! Und das ist nur der kleinere Teil der insgesamt 1,8 Milliarden Euro, die Weihnachten 2004 ausgeschüttet werden. Allerdings ist auch die Teilnahme nicht ganz billig, kostet doch ein einziges Los stolze 200 Euro. Darum leisten sich die meisten Menschen in Spanien kein ganzes Los, sondern begnügen sich mit Zehntelbeteiligungen, die sie oft noch weiter stückeln und unter ihren Verwandten und Bekannten verteilen. Dies hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass ganze ländliche Regionen (wie Murcio im Südosten des Landes) und Kleinstädte (wie Segovia) sich über einen warmen Geldregen freuen konnten.

 

 

Since we all know that St. Nicholas (Nikolaus) left Spain in November already by ship, headed for the (Netherlands), and that there is no Santa Claus on the Iberian peninsula, the Spanish have come up with a custom which turns the giving of gifts into an amusing little lottery.

Kindermord von Bethlehem

The ‘drum of fate’ is placed in the middle of the table following the Christmas meal, filled with many little gifts wrapped in paper. One by one, the children help themselves from this. With a bit of luck everyone will fish something from the box that they will enjoy – yet some of the gifts are blanks.

Rezept Download:
„original-spain Pollo a la naranja“
(83,7kb)

The Spanish have invented a rather nice custom for the years with are so-called pro-“employer’s Christmas”, meaning that the Christmas holidays fall onto what are anyhow work-free Sundays. The working day following Christmas (Weihnachten) is declared a substitute holiday. However, one should be cautious if the neighbour announces that December 28 these days is also a public holiday. This day, the Día de los Inocentes (“Day of the Innocent Children”), which is
to recall the child-murder of Bethlehem by King Herod (Herodes), bears a particularly mischievous meaning in Spain, similar to our April Fool’s Day.

New Year’s Eve celebrations in Spain are also honoured with dazzling Fiestas. Most Spaniards spend the hour prior to ringing in the New Year outdoors, jointly celebrating the happy event. In Madrid, for example, people meet every year at the Puerta del Sol in the city centre, where the tower clock chimes in the New Year. Its dial is broadcast nation-wide live on TV during the last minutes of the old year, while Spaniards celebrate the custom of eating grapes, which allegedly dates back to the year 1909. In that year, the wine harvest proved so abundant that somebody had the idea to reduce the excess on New Year’s Eve in an original manner. Every Spaniard was to put a grape into their mouths at every midnight’s chime and make a wish. Having swallowed twelve grapes with the twelve chimes was to be a sign of luck and good health for the imminent year.

1997 started out with a memorable blunder for millions of Spaniards, who as usual had counted their twelve grapes and placed them neatly in a small bowl or bag to transfer them with every chime of the bell as a token of luck into their mouths. A technical error rang the bell of Puerta del Sol, which was being broadcast nation-wide on TV, twice as fast than usual. Did the Spaniards experience a particular degree of bad luck in 1997? In any event, every misfortune that occurred during the year was taken up by the newspapers, recalling the failed consumption of grapes on New Year’s Eve.

The most important day during Christmas is in any event January 06, Dia des los Reyes Magos, the “Day of the Three Kings”, which is celebrated with processions and lots of gifts
(Bescherung) given to the children. The Three Kings ride during the night from January 05 clad majestically and on real dromedaries at the head of long processions to many little villages and distribute sweets to the children and adults. To lend an official feel to the arrival of the wise ones and to make their rank clear for everybody to see, they are solemnly welcomed at the city limits by the mayor and other notabilities.



neu

Mrs Mia Zwick writes to us from Sevilla, Spain:

“Since retiring, I’ve spent the cold time of the year on Spain’s beautiful coasts and that’s why I’m well acquainted with the Christmas traditions here. It was with particular interest, therefore, that I read the article on Spain in your beautiful Christmas atlas. I didn’t find any mistakes – but there’s one thing you did forget, something which is as much a part of most Spaniards’ Christmas as gold foil angels, tinsel and gingerbread is part of our Christmas in Germany. I’m talking about ‘El Gordo’, the annual Christmas lottery. I’ve also bought myself a ticket again and am awaiting the draw on 22 December in eager anticipation.”

It’s true: We forgot to include the famous Spanish Christmas lottery in our article on Spain – and we’d like to make up for that here.

You can read more on the topic in a very interesting little book on Christmas customs and traditions all around the world: “Every Spaniard would be indignant if the Christmas lottery draw wasn’t broadcast on Spanish TV on 22 December as it has been every year since 1957. It is part of Christmas in Spain like the tree, the gifts and the Three Wise Men. Smartly dressed schoolchildren announce thousands of ticket numbers and sums of money in the same sing-song voice.” (Holger Wormer / Hubert Filser: Schöne Bescherung! Freiburg im Breisgau. Herder Verlag, 2004, p. 31.)

The Spanish Christmas lottery is one of the largest and oldest lotteries in the world. When King KARL III. (b. 20 January 1716, d. 14 December 1788) inaugurated it in 1763, he wanted to fill the empty state coffers with the profits. The draw has had its current form since 1812, taking place on 22 December and with winning numbers announced by a children’s choir. Perhaps this year’s lottery will break all records because the wedding of Spain’s Prince FELIP with LETIZIA has spurred on the purchase of lottery tickets. Tickets with number 22504, corresponding to the date of the wedding (22 May 2004), were completely sold out long before Christmas. For the first time in history, participants won’t have to put up with the endless number sing-song on TV in order to find out if they’ve won. The state lottery administration ONLAE is offering a special service – they’ll text winners with the good news.

But whoever is hoping to scoop the main prize, the so-called ‘El Gordo’ (the Fat One), will certainly be perching at the edge of his seat in front of the TV as usual. After all, ‘El Gordo’ will be worth € 390m this year! And that’s just the smaller part of the total of € 1.8bn which will be distributed at Christmas 2004. However, taking part isn’t exactly cheap, with a single ticket costing a hefty € 200. That’s why most people in Spain don’t buy an entire ticket, but just make do with a tenth part, which they then often divide up and share out amongst family and friends. In the past, this has led to whole rural regions (such as Murcia in the south-east of the country) and small towns (such as Segovia) enjoying a nice windfall.

 
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