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Ruprecht, von ahd. hruot, Ruhm
und beraht, glänzend, Knecht und finsterer Begleiter
des braven
Nikolaus.
Mit der Arbeitsteilung der beiden älteren Herren am Nikolausabend
verhält es sich ganz wörtlich wie bei Zuckerbrot
und Peitsche. Allerdings ist dieser gezähmte Teufel
dem Nikolaus untertan
und darf nicht strafen, wo dieser besänftigend eingreift. Die
Dialektik von Gut und Böse spiegelt sich auch in der Kostümierung
des Gaben oder Strafen bringenden Paares: Der weiße, später
rote (
Weihnachtsmann)
Mantel des Nikolaus kontrastiert
zu der schwarzen Vermummung seines Knechts. Dass es nur einen Weg
zum Heil, aber tausend Pfade zur Sünde gibt, spiegelt sich
sprachlich in der schier unerschöpflichen Zahl von landschaftlichen
Namensformen der (von unartigen Kindern) gefürchteten Schreckgestalt:
Ascheklas, Bartel, Bullerklas, Bullkater, Busebrecht, Butz, Butzebercht,
Dollochs, Düsseli, Einspeiber, Erbsbär, Hans Muff, Hans
Trapp, Kehraus, Klaubauf, Klausenpicker, Klombsack, Krampus, Leutfresser,
Pelzebock, Pelznickel, Pietermann, Pulterklas, Ruklas, Rupsack,
Schmutzli, schwarz Käsperchen, Semper, Spitzbartl, Zink Knatsch,
Zink Muff, Zwarter Piet usw. - In neuerer Zeit wurde die Furcht
einflößende Gestalt des Knechts Ruprecht
mit Rücksicht auf die zarte Seele der Kinder immer weiter gemildert,
und schon in dem bekannten Gedicht von Theodor
Storm (* 1817 1888) ist Knecht Rupprecht
ein treuer Knecht, dessen Antworten auf die Fragen des
Christkinds
man anmerkt, wie viel lieber er Äpfel, Nuss (
Nüsse)
und Mandelkern austeilt als Schläge auf den Allerwertesten:
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Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an.
Knecht Rupprecht, rief es, alter
Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!
Ich sprach: O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat.
Hast denn das Säcklein auch bei Dir?
Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier;
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Fressen fromme Kinder gern.
Hast denn die Rute auch bei Dir?
Ich sprach: Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist
es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!
Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?
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Erst Vicco von Bülow
alias Loriot (* 1923)
hat in seinem makabren Gedicht Advent (1973) den Knecht Ruprecht
wieder in jenen diabolisch-finsteren Zusammenhang gestellt, dem
er ursprünglich entstammt.
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Ruprecht, f. Old High German hruot, fame,
shiny, servant and sinister companion of the good St.
Nicholas (
Nikolaus).
The division of labor between the two elderly gentlemen on the evening
of St. Nicholas is literally
more along the line of carrot and stick. However, this
tamed devil is dominated by St. Nicholas
and must not punish where the former calmly intervenes. The dialectics
of good and evil is also reflected in the costumes of the couple
bringing either gifts or punishment: The white, then later red (
Weihnachtsmann
/ Santa Claus) coat of St. Nicholas
contrasts with the black disguise of his servant. That there is
only one way to salvation, but a thousand to sin is linguistically
mirrored in the sheer innumerable number of names of this much feared
figure (by naughty children): Ascheklas, Bartel, Bullerklas, Bullkater,
Busebrecht, Butz, Butzebercht, Dollochs, Düsseli, Einspeiber,
Erbsbär, Hans Muff, Hans Trapp, Kehraus, Klaubauf, Klausenpicker,
Klombsack, Krampus, Leutfresser, Pelzebock, Pelznickel, Pietermann,
Pulterklas, Ruklas, Rupsack, Schmutzli, schwarz Käsperchen,
Semper, Spitzbartl, Zink Knatsch, Zink Muff, Zwarter Piet etc. -
In more recent times this fear-bearing creature of Knecht Ruprecht,
taking into account the tender souls of children, has been increasingly
softened and in the known poem by Theodor
Storm (* 1817 1888) Knecht Rupprecht
is a faithful servant whose answer in response to the
question of the Christ-child (
Christkind)
shows just how much he prefers handing out apples, nuts (
Nüsse)
and almonds instead of hitting their rears:
(1) I came here from the forest / I tell you, it is a very holy
night! / All over the tips of the firs / I saw bright flashes of
golden light; / And from above, the gates of heaven / I saw with
open eyes the Christ-child / and as I wander through the dark forest
/ I hear a light voice calling me. / Knecht Ruprecht
it called, Old man / Lift your legs and hurry! Fast! / (2)
The candles alight / the gates of heaven open wide / old and young
/ shall rest from the hunt of life / and tomorrow I shall fly to
earth / as it shall be Christmas again! / (3) I said: O
dear master, Christ / My trip is almost at an end; / It is only
this one town / where the children are good. / Do you
have your sack with your? / I said: The sack, it is
here; / apples, nuts and almonds / solemn children do enjoy.
/ Do you also have your cane? / I said: The cane,
it is here. / But only for the bad children, / to hit their right
rear. (4) The Christ-child spoke: That is good; / So
go with god my faithful servant! / I came here from the forest
/ I tell you, it is a very holy night! / Speak now how I find it
here / Are the children good or bad?
Only Vicco von Bülow
alias Loriot (* 1923)
lent Knecht Ruprecht in
his macabre poem entitled Advent (1973) its diabolic-sinister context
from which he originated.
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