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Die Hauptperson der niederländischen
Weihnacht ist – nach dem Christkind
natürlich – Sint Nicolaas, kurz Sinterklaas, zu
Deutsch
St.
Nikolaus.
Der Grund hierfür liegt nahe, schließlich
sind die Holländer seit eh und je ein Volk von Seefahrern,
und der Heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Seeleute.
Am letzten Samstag im November besucht er mit dem Schiff die
Hafenstädte, wo ihn die großen und kleinen Holländer
in Scharen freudig willkommen heißen. Sinterklaas hat
ein braun gegerbtes Gesicht, denn er kommt aus dem sonnigen
Spanien hierher, und wenn er seine Ladung gelöscht und
seine Pflicht erledigt hat, kehrt er unversehens dorthin zurück.
Die Pflicht des Sinterklaas,
das ist die Belohnung der braven Kinder; und zu diesem Zweck
ist sein Schiff voll beladen mit Geschenken, jedes einzelne
liebevoll verpackt und eigens mit einem persönlichen
Gedicht für den Empfänger versehen. Manche dieser
Gedichte sind leicht anzüglich und nehmen die kleinen
Schwächen und lässlichen Sünden der Beschenkten
aufs Korn. Aber da sie von Sinterklaas persönlich unterschrieben
sind, nimmt man den sanften Tadel gern hin.
Schließlich wäre es ja auch
weitaus schlimmer, wenn man nähere Bekanntschaft mit
einem der Zwarten Pieten („Schwarzen Peter“) schließen
müsste, von denen Sinterklaas ein stattliches Trüppchen
im Gefolge mit sich führt und die für die bösen
Kinder zuständig sind. Jeder dieser spitzbübischen
Gesellen trägt eine große Rute mit sich, de Roe,
deren Anblick behutsam daran erinnern soll, dass es zum Bravsein
keine schmerzlose Alternative gibt.
Kaum an Land gegangen, besteigt Sinterklaas
sein Pferd, einen stolzen Schimmel, und begibt sich auf seinen
langen und beschwerlichen Ritt durch das ganze Land, um die
Geschenke zu verteilen, damit auch ja kein Kind leer ausgeht.
Die alljährliche Anlandung des Heiligen ist immer wieder
ein großes Spektakel, das sich auch die Mitglieder des
Königshauses nicht entgehen lassen und das vom niederländischen Fernsehen
live übertragen wird. Den ersten Umzügen in den
Hafenstädten folgen viele weitere Sinterklaas-Prozessionen
im Binnenland, bei denen stimmungsvolle Lieder gesungen werden

Lied zur Ankunft des Sinterklaas in Amsterdam
Das Schiff, woher kommt es? Von Spanien
her!
An Bord ist St. Nik’laus. Wir warten schon sehr.
Er sitzt hoch zu Pferde, der heilige Mann.
Es wehen die Fahnen, das Schiff es legt an.
Er reitet an Land, würdig winkt er uns zu,
es scharen sich um ihn die Kinder im Nu.
Knallrot ist sein Mantel, sein Bart, der ist weiß,
und wie er uns ansieht, wird mir kalt und heiß.
Doch Pieter, sein schwarzer Begleiter, der lacht.
Er hat einen riesigen Sack mitgebracht.
Was mag da wohl drin sein? Geschenke? Na klar!
Für den einen die Rute, der unartig war?
Die niederländischen Kinder haben
den Vorteil, schon sehr früh ihre Geschenke zu erhalten,
nämlich am Abend des 5. Dezember, dem Pakjesavond („Päckchen-Abend“). Schon am Morgen legen sie in der guten Stube Möhren, Heu und Zuckerstückchen für das Pferd des Gabenbringers bereit, und zwar neben dem Kamin, denn bekanntlich betritt
Sinterklaas auf diesem Weg das Haus. Dann wird die Wohnzimmertür
verschlossen, denn schließlich soll Sinterklaas
nicht gestört werden.
Am Abend versammelt sich die ganze Familie
dann an der weihnachtlich geschmückten Festtafel, wo
jedem durch Buchstaben aus Marzipan, den Banket-Letters, sein
Platz zugewiesen wird. Die Sitzordnung ist deshalb so wichtig,
weil dort jeder seine vom Sinterklaas hinterlegten Pakjes
vorfindet.
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The main character in Dutch Christmas
is – after the Christ-child ( Christkind),
of course – Sint Nicolaas, or briefly Sinterklaas, in
English St. Nicholas ( St.
Nikolaus). The reason for this is obvious, after all,
the Dutch have always been a seafaring people and Saint Nicholas
is the patron saint of seafarers. On the last Saturday in
November he visits the ports with his ship where throngs of
tall and small Dutchmen welcome him merrily. The face of Sinterklaas
is deeply tanned from the wind and the sea, as he comes from
sunny Spain, and once he has off-loaded his cargo and done
his job, he immediately returns there.
The job of Sinterklaas is to reward
the good children; and for this purpose his ship is fully
loaded with gifts, every one of them lovingly wrapped and
labelled with a personal poem for the recipient. Some of these
poems are slightly insinuating, making fun of the small weaknesses
and pardonable sins of those receiving the gifts. But since
they are personally signed by Sinterklaas such subtle reproach
is easily tolerated.
After all, things would be much worse
if one were to make the personal acquaintance with one of
the Zwarte Pieten (“black Peter”) of which Sinterklaas
has an impressive entourage and who are in charge of the children
who misbehaved. Every one of these roguish fellows carries
a large cane – de Roe – the sight of which is
to be a gentle reminder that there is no pain free alternative
to being good.
Once ashore, Sinterklaas mounts his
horse (a proud white horse) and sets out on his long and arduous
ride through the entire country, to distribute gifts so that
not a single child is left empty-handed. The annual landing
of the Saint is time and time again a major event which even
the members of the Royal family do not miss out on, and which
is broadcast live on Dutch television ( Fernsehen).
The first processions in the ports are followed by many further
domestic Sinterklaas processions, where songs full of character
are sung.
Song for the arrival of
Sinterklaas in Amsterdam
(1) The ship, where does it
come from? From Spain!
On board is St. Nicolas. We have been waiting long.
Riding high on his horse, the holy man.
The flags are fluttering, the ship is docking.
(2) He rides ashore, waves to
us with dignity and children surround him immediately. His
coat is bright red, his beard is white and how he looks at
me makes me break out in hot and cold sweats.
(3) But Pieter, his dark companion,
is laughing.
He has brought a huge sack. What is inside? Gifts? Of course!
For some the cane who did not behave?
Dutch children have the advantage of
Dutch children have the advantage of receiving their gifts
at an early point in time already, notably on the evening
of December 05, the so-called Pakjesavond (“parcel evening“).
In the early morning hours already they distribute carrots,
hay and pieces of sugar next to the fireplace for the horse
of he who brings gifts to the house, as it is commonly known
that Sinterklaas enters the home through the chimney. The
living room is then locked up, as Sinterklaas is not to be
disturbed.
In the evening the entire family
gathers around the festively decorated table where everybody
has their dedicated seat, indicated by a letter made of marzipan,
the so-called Banket-Letters. The seating is so important
because that is where everyone will find the Pakjes left by
Sinterklaas.
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