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Morgen, Kinder, wird's was geben,
nach einer Berliner Volksweise 1809 komponiert von Carl
Gottlieb Hering. Der Text stammt von Phillip
von Bartsch (* 1770 1833):
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(1) Morgen, Kinder, wird's was geben,
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Weihnachtstag!
(2) Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl!
Schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wisst ihr noch, wie vor'ges Jahr
es am Heil'gen Abend war?
(3) Wisst ihr noch mein Räderpferdchen,
Malchens nette Schäferin,
Jettchens Küche mit dem Herdchen
und dem blankgeputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?
(4) Welch ein schöner Tag ist morgen!
Viele Freunde hoffen wir;
uns're lieben Eltern sorgen
lange, lange schon dafür.
O gewiss, wer sie nicht ehrt,
ist der ganzen Lust nicht wert.
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Gut hundert Jahre später parodierte Erich
Kästner (* 1899 1974) dieses beliebte
Lied für den Vorweihnachtstag mit seinem Weihnachtslied,
chemisch gereinigt:
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(1) Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht soweit.
(2) Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.
(3) Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.
(4) Tannengrün mit Osrambirnen -
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heil'ge Nacht -
weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!
(5) Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit ...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!
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Diese bissige Verballhornung erschien erstmals in Kästners
erster Gedichtsammlung Herz auf Taille im Jahr 1928 - also in der
Zeit kurz vor der Weltwirtschaftskrise, als Massenarbeitslosigkeit
einen großen Teil der deutschen Bevölkerung in Armut
stürzte und vielen nicht mehr erlaubte, ein würdevolles
Weihnachtsfest zu begehen.
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Morgen, Kinder, wird's was geben,
according to a Berlin folk-tune composed
in 1809 by Carl Gottlieb Hering. The lyrics were written by Phillip
von Bartsch (* 1770 1833):
(1) Tomorrow, children, something will happen / which we can look
forward to! / What a joy, what a life / will be filled in our home!
/ One more day we must awake / and then it's Christmas Day! (2)
How the room will shine / from the many lights! / Brighter than
at a merry dance / the sparkling chandeliers / Remember how things
were / last year on Christmas Eve? / (3) Remember my wheely horse
/ Malchen's nice shepherdess / Jettchen's kitchen and her stove
/ and the sparkling pewter? / Heinrich's colorful harlequin / with
the yellow violin? (4) What wonderful day it be tomorrow! / We hope
for many friends; / our dear parents will ensure / long long before
/ So surely who does not honor them / is not worthy of this joy.
A good one hundred years later, Erich
Kästner (* 1899 1974) wrote a
parody to this popular song for the pre-Christmas day with this
Christmas carol (
Weihnachtslied),
dry-cleaned:
(1) Tomorrow, children, nothing will happen! / Those who have will
get some more. / Mother gave you your life / That's enough on second
thought / Your time will surely come / but it's not tomorrow. (2)
No need to be sad / the rich enjoy poverty / roast goose is cause
for trouble. / Dolls are no longer modern. / Tomorrow, Santa is
coming. / However, only next door. (3) Run through the streets!
/ To see Christmas celebrations galore. / Christianity, gloated
from the tower / makes any child a clever one. / Shake your heads
well before use! / Will have to do without a Christmas tree. (4)
Green firs with Osram bulbs - / learn to be proud without! / Remove
the logs from your eyes! / There is not enough wood for the fire!
/ Silent night, holy night - / don't cry! Be merry and laugh! (5)
Tomorrow, children, nothing will happen! / Those with nothing will
receive patience! / Tomorrow, children, learn for life! / It's not
all god's fault. / God's grace extends so far
/ O, merry
Christmas season!
The biting corruption was first published in Kästner's first
collection of poems Herz auf Taille in 1928 - during the times shortly
before the global economic crisis, when mass unemployment threw
a major part of Germany's population into poverty and did not allow
many of them to celebrate a dignified Christmas.
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