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Offizieller Name: Lietuvos Respublika – Hauptstadt: Vilnius – Lage: 56° Nord 24° Ost – Fläche: 65.200 km². Bevölkerung: 3.607.899 (Juli 2004) – Kinder im bescherungspflichtigen Alter: 603.865 (16,7%), davon 309.736 Jungen und 294.129 Mädchen – Religionszugehörigkeit: römisch-katholisch, lutheranisch, russisch-ortodox, protestantisch, evangelisch-baptistisch, muslimisch, jüdisch – Muttersprache: Litaunisch – Währung: 1 Litas = 100 Centas – EU-Beitritt: 2004 – Sitze im EU-Parlament: 13 Official designation: Republic of Lithuania – Capital: Vilnius – Location: 56° North 24° East – Area: 65,200 km². Population: 3,607,899 (July 2004) – Number of children old enough to receive Christmas gifts: 603.865 (16.7%), of which 309,736 boys and 294,129 girls – Religious confession: Roman-Catholic, Lutheran, Russian-Orthodox, Protestant, Baptist, Muslim, Jewish – Native language: Lithuanian – Currency: 1 Litas = 100 Centas – Joined the EU: 2004 – Seats held in EU Parliament: 13

Die Weihnachtsbräuche in Litauen haben eine jahrhundertealte Tradition, deren Ursprünge sich im Dunkel der Frühgeschichte verlieren. Angeblich soll es schon im Jahre 1510 in Riga einen geschmücktenChristbaum gegeben haben. Das wäre nur ein Jahr nach dem ältesten dokumentierten Christbaum überhaupt, der auf einem Kupferstich von Lukas Cranach d. Ä. (*1472 †1553) zu sehen ist.

Besonders in ländlichen Gegenden sind die alten Bräuche noch heute weit verbreitet. Dass die Sitten der Urväter nicht in Vergessenheit geraten, dafür sorgen die Kinder, denn sie werden von vielen Eltern aus der Stadt über die Weihnachtsfeiertage zu den Großeltern aufs Land geschickt, wo sie den Reiz des heimischen Brauchtums kennenlernen – um künftig daheim ein ähnlich zünftiges Fest einzufordern.

Besonders interessant sind die eigentümlichen Gepflogenheiten, die rund um das Festmahl an Heiligabend in Litauen üblich sind. Das Essen darf erst beginnen, wenn der erste Stern am Himmel zu sehen ist, denn er steht stellvertretend für den Stern von Bethlehem und verkündet die Ankunft des Heilands. Nun darf zwar kräftig zugelangt werden, zumal ähnlich wie in Lettland zwölferlei Speisen auf den Tisch kommen. Allerdings ist das Mahl bis Mitternacht fleischlos – wohl eine Reminiszenz der früher üblichen, vierzigtägigen Fastenzeit vor Weihnachten.

Unter der Tischdecke verbirgt sich ein Büschel Stroh, das an das Stroh in der Krippe erinnern soll. Dieses Büschel wurde aus dem dunklen Stall ganz willkürlich herbeigeschafft, nach Möglichkeit von einem kleinen Kind, das nicht weiß, welches Bewenden es damit hat. Denn nach dem Essen beginnt eine intensive Befragung des Schicksals, und dabei spielt das Strohbündel eine bedeutende Rolle. Die heiratsfähigen Mädchen im Haus ziehen mit geschlossenen Augen einen Halm aus dem Bündel und untersuchen ihn dann genau, gibt er doch Auskunft über die Qualitäten des zukünftigen Gatten. Ist er lang und dünn? Krumm und kräftig? Eher frisch und saftig? Oder schon leicht angefault? Jede soll sich ihren eigenen Reim auf dieses Strohhalm-Orakel machen, denn wenn man zuviel darüber spekuliert, verdirbt man die beste Prophezeiung. Eins ist aber gewiss: Wenn im verbleibenden Strohbüschel ein Halm verborgen ist, der in der Mitte eine deutlich erkennbare Verdickung aufweist, dann ist für das nächste Jahr ein Baby zu erwarten.

Doch die Nacht vor dem 1. Weihnachtstag verheißt noch weitere Gelegenheiten, dem Schicksal in die Karten zu schauen. Bellte da nicht gerade ein Hund? Aus welcher Richtung kam das Gebell? Von dort her wird nämlich der Bräutigam kommen, der die älteste Tochter des Hausherrn freien wird. Die jüngste Tochter will wissen, ob sie in einem Jahr noch daheim bei den Eltern wohnen wird? Dann setzt sie sich mit dem Rücken zur Haustür auf einen Stuhl und wirft ihren rechten Schuh über ihre linke Schulter hinter sich. Wenn der Schuh mit der Spitze zur Tür zu liegen kommt, dann ist sie bald über alle Berge.

Nach so viel aufregender Wahrsagerei ist es sehr bequem, dass die große Essenstafel vor dem Schlafengehen nicht abgeräumt werden muss – und sogar nicht abgeräumt werden darf. Denn in Litauen rechnet man in der Heiligen Nacht ganz fest mit dem Besuch der Geister von verstorbenen Verwandten. Die kommen von sehr weit her, sind entsprechend hungrig und freuen sich gewiss über die Reste vom Festmahl der Lebenden. Wenn am nächsten Morgen tatsächlich der eine oder andere Knochen blitzblank abgenagt ist, käme nur ein dummer Stadtmensch auf den Einfall, das könnte die Katze gewesen sein ...

Christmas customs in Lithuania are century-old traditions whose origins stray in the dark days of early history. Supposedly, there was to have been a decorated Christmas tree in Riga in 1510 already. That would have been only one year after the oldest documented Christmas tree (Christbaum) at all, which is depicted on a copperplate engraving by LUKAS CRANACH D. Ä. (* 1472 † 1553).

Especially in rural areas the old customs are still widespread to this day. That the customs of the olden days have not been long forgotten is partially due to the children, as many parents send their children from the city to stay with their grand parents in the country over the Christmas holidays, where they become acquainted with the local customs and in future request similarly proper celebrations.

Particularly interesting are the peculiarities around the festive meal on Christmas Eve in Lithuania. The food must only commence once the first star can be seen in the sky, as it represents the star of Bethlehem and announces the arrival of the Saviour. It is, however, okay to heap generous helpings onto one's plate, and similarly to & Latvia twelve foods are on the table. However, the meal is void of meat dishes until midnight –reminiscent of the formerly usual fourteen days of fasting before Christmas.

Underneath the table cloth a handful of hay is hidden which is to recall the hay in the crib (Krippe). This handful was voluntarily brought from the dark stable, possibly by a small child who is not aware of its meaning. After dinner, an intensive inquiry into the future commences, and the handful of hay plays an important role. The girls in the house of a marrying age pull a straw while keeping their eyes closed, and examine it carefully, as it will provide information as to their future husband. Is he tall or short? Crooked or strong? Rather fresh and juicy? Or slightly rotten? Everybody is to interpret their own straw oracle, as too much speculation tends to spoil the best of prophecies. But one thing is certain: If the remaining bundle of hay hides a straw which has a visible thickening in the middle, then a baby can be expected during the year to come.

But the night before Christmas Day promises ample opportunity to take a look at fate. Didn't a dog bark there just now? Which direction did it come from? That is from where the groom will come who will wed the eldest daughter of the household. The youngest daughter wants to know if she will still be living at her parents' in one year from now. She then seats herself on a chair with her back facing the front door and throws the right shoe over her shoulder. If the shoe lands pointing toward the door, she will soon be gone.

After so much fortune telling it is highly convenient that the large dinner table need not be cleared before going to bed – in fact, it must not be cleared. People in Lithuania expect the ghosts of deceased relatives to pass by on Christmas Eve. They have come from afar, are hungry and will surely enjoy the remainders of the festive dinner of the living family. Should the occasional bone be in fact gnawed clean the next morning, only some stupid city slicker would think that this was the cat's feat ...

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