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Heilige Drei Könige,
nach der Weihnachtsgeschichte
Gelehrte, die aus der Auslegung der Schrift und der Beobachtung
des Sternhimmels ( Stern)
die Ankunft des Messias
weissagten, den neugeborenen Jesus
auf Geheiß des eifersüchtigen Herodes
in Bethlehem
aufsuchten und dem Christkind
Geschenke darbrachten. Ihr Festtag ist der 6. Januar ( Kalender).
- Genau besehen ist an der Bezeichnung Heilige Drei Könige
kein Wort wahr. Heilig sind diese
Männer nämlich insofern nicht, als keiner von ihnen jemals
in dem dafür erforderlichen Verfahren der katholischen Kirche
in den Stand der Heiligkeit erhoben wurde. Dass es sich bei ihnen
um drei Personen gehandelt haben
soll, wurde erst im 3. Jh. aus der Zahl ihrer Gaben ( Gold,
Weihrauch
und Myrrhe)
geschlossen. Und schließlich war es auch eine viel spätere
Erfindung, die aus den Weisen (Sterndeutern, Schriftgelehrten, Gesetzeskundigen)
Könige machte. Persönliche
Eigennamen - zunächst Thaddadia,
Melchior und Balytora
- erhielten die Gabenspender frühestens im 6. Jh., und erst
seit dem 8. Jh. heißen sie Caspar,
Melchoir und Balthasar.
Dazu passt das Fehlen jedes verbürgten Hinweises darauf, dass
einer dieser Weisen aus dem Morgenland ein Mohr
war. Erst relativ späte Quellen (um 730) berichten, dass Melchoir
ein Greis mit weißem Bart war, Caspar
ein bartloser Jüngling, während der Dritte, Balthasar,
einen dunklen Vollbart trug: Tertius fuscus, integre barbatus,
Balthasar nomine.
Somit bezieht sich das lat. Wort fuscus (dunkel, schwärzlich)
eindeutig auf den Bart (des Balthasar)
und nicht auf die Hautfarbe. Warum vielfach Caspar
als der Dunkelhäutige der Heiligen Drei Könige
angesehen wird, bleibt also aus mehreren guten Gründen unerfindlich.
Auch ihre Herkunft aus dem Morgenland ist durch nichts
verbürgt; bei Matthäus (2, 1) kamen sie schlicht aus
dem Osten. - Die angeblichen Gebeine der Heiligen Drei
Könige werden im Kölner Dom verwahrt, wohin sie
nach einer interessanten Odyssee im Jahr 1164 gelangten. Aber selbst
im Zeitalter der Gen-Analyse dürfte es schwer fallen, die Authentizität
dieser Knochen zu belegen. - All diese wissenschaftlichen Bedenken
tun freilich der weltweiten Beliebtheit der Heiligen Drei
Könige keinen Abbruch. Sie gehören zum Stammpersonal
jeder ernst zu nehmenden Krippe,
und dass einer von ihnen vorgeblich ein Farbiger war, hat die Emanzipation
dunkelhäutiger Menschen in der Christenheit entscheidend befördert.
Verbreitet ist auch heute noch das Sternsingen
am 6. Januar. - Eine moderne Version der Geschichte von den Heiligen
Drei Königen schuf Michel
Tournier (* 1924) mit seinem Roman Kaspar,
Melchior & Balthasar (1980) - idealer Lesestoff für
die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag und somit
eine gute Empfehlung für den Gabentisch.
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Albrecht Altdorfer: Die Anbetung der Heiligen Drei Könige (Auschnitt); um 1530-1535. |
Three Kings,
according to the Christmas story ( Weihnachtsgeschichte)
wise men who, from interpreting scribes and by observing the nocturnal
sky ( Stern)
foretold the arrival of the Messiah ( Messias),
called on the new-born Jesus
at the behest of the jealous Herod
( Herodes)
in Bethlehem
and gave gifts to the Christ-child ( Christkind).
Their special day is January 6 ( Kalender
/ calender). In all honesty, not a word is true regarding the
designation Three (Holy) Kings. These men are not holy
in as such that neither one of them was raised into the status of
being holy through the respective procedure of the Catholic Church.
That they are to have been a group of three
was only deducted in the 3rd century from the number of their gifts
( Gold,
frankincense ( Weihrauch)
and myrrh ( Myrrhe).
And finally, it was a much later fabrication which turned the wise
men (astrologers, scribes, versed in the law) into Kings.
Their own names - initially Thaddadia,
Melchoir and Balytora
- were given to the donators no sooner than in the 6th century,
and only since the 8th century have they been named Caspar,
Melchoir and Balthasar.
This coincides with the missing of any authenticated reference saying
that one of these wise men from the Orient was a Moor.
Only relatively late sources (around 730) report that Melchoir
was an old man with a white beard, Caspar
a boy without beard, whereas the third man, Balthasar,
had a dark full beard: Tertius fuscus, integre barbatus, Balthasar
nominee. Thus the Latin word fuscus (dark, blackish)
clearly refers to the beard (of Balthasar)
and not to the color of his skin. Why Caspar
is frequently seen as the colored one of the Three Kings
remains inexplicable for many good reasons. Neither is their home
from the Orient authenticated; in Matthew (2, 1) they
simply came from the east. - The supposed mortal remains
of the Three Kings are kept in the Cologne Dome, where
they were taken following an interesting odyssey in the year 1164.
But even in times of genetic analysis it would be difficult to vouch
for the authenticity of these bones. - All these scientific reservations
surely do no harm to the popularity of the Three Kings.
They belong to the regular staff of any nativity scene ( Krippe)
wishing to be taken seriously; and that one of them was presumed
to be dark-skinned decidedly promoted the emancipation of colored
people in Christianity. Remaining a widespread custom until today
is caroling ( Sternsingen)
on January 6. - A modern version of the story of the Three Kings
was created by Michel Tournier
(* 1924) with his novel Caspar, Melchior
& Balthasar (1980) - ideal reading for the time between
Christmas and the Day of the Three Kings, and thus a good recommendation
for the Christmas gift table.
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