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Geschenk,
die hauptsächlich zur Freude ohne Entgelt gegebene Sache. Der
alte Brauch des Schenkens zur Weihnachtszeit ruft die Gabe der Heiligen Drei Könige
an das Christkind
in Erinnerung, weshalb in manchen Gegenden heute noch die Geschenke
nicht zu Weihnachten, sondern erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag,
übergeben werden. Dieser traditionelle Termin für die
Bescherung
wurde aber in neuerer Zeit vom Heiligabend oder dem Morgen des 1.
Weihnachtstags abgelöst. Auch beschränkt sich die Bescherung
längst nicht mehr auf die kleinen Kinder. Das Schenken kann,
wenn es in den Mittelpunkt des Weihnachtsfestes rückt, in einen
Konflikt zum ideellen Gehalt des Anlasses treten ( Ihr
Kinderlein kommet). Eine gewisse Ambivalenz des materiellen
Geschenks, das nicht unbedingt Freude bereiten will, gab es schon
bei den Naturvölkern, wenn beim sog. Potlatsch
Nachbarstämme durch überreiche Geschenke beschämt
werden sollten. Und auch der moderne Schenker bewegt sich bei der
Wahl eines angemessenen Geschenks auf dem schmalen Grat zwischen
Enttäuschung und Beschämung des Beschenkten. Zusätzlich
kompliziert wird das Schenken dadurch, dass (fast) jedes Geschenk
einen subjektiven, ideellen und einen objektiven, materiellen Wert
hat - eine Problematik, die das lästige Abknibbeln der Preisschildchen
von den Geschenken immer wieder in Erinnerung ruft. Vertrautheit
mit der Persönlichkeit des Beschenkten erhöht die Chance
des Schenkers, durch einen hohen ideellen Wert des Geschenks billig
davonzukommen. Andererseits sind Geldgeschenke als rein materielle
Schenkungen zwar bequem, aber unpersönlich - was man in neuester
Zeit zu kaschieren versucht, indem Banknoten origamiartig zu skulpturalen
Arrangements drapiert werden. Ein wesentlicher Aspekt des ideellen
Werts eines Geschenks ist der Effekt der Überraschung,
die durch die Verpackung
der Geschenke hinausgezögert und so verstärkt werden soll
( Umweltschutz).
Bei allen Komplikationen des weihnachtlichen Schenkens sollten jedoch
dessen positive Werte nicht vergessen werden. Die Auswahl eines
Weihnachtsgeschenks ist Anlass, sich mit der Persönlichkeit
eines nahe stehenden Menschen wieder einmal intensiv zu befassen.
Und schließlich ist, volkswirtschaftlich betrachtet, der Brauch
des Schenkens zu Weihnachten die wesentliche Existenzgrundlage für
viele Branchen des Einzelhandels ( Weihnachtsmarkt).
So entscheidet etwa im Buchhandel der Umsatz im Dezember über
das Jahresergebnis. Apropos Buchhandel: Der vielleicht schönste
Beitrag der Weltliteratur zur Philosophie weihnachtlichen Schenkens
ist die Erzählung Das Geschenk der
Weisen des amerik. Humoristen O'Henry
(* 1862 1910), mit den zauberhaften Illustrationen
von Lisbeth Zwerger (* 1954),
im Buchhandel erhältlich zum Preis von 13,80 €. (Preisschild
abknibbeln nicht vergessen!)
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gift, a
complimentary item given mainly to please. The old custom of giving
a present during the Christmas period recalls the gifts presented
by the Three Kings ( Heilige
Drei Könige) to the Christ-child ( Christkind),
which is why in certain areas until today the gifts are not presented
at Christmas, but only on January 6, the Day of the Three Kings.
This traditional date for the Bescherung
has in more recent days been replaced by Christmas Eve, or the morning
of Christmas Day. Also, the giving of gifts is no longer restricted
to small children only. Giving presents, once it becomes the focus
of the Christmas festivities, can come into conflict with the non-material
content of the occasion ( Ihr
Kinderlein kommet). A certain ambivalence of the material gift
which not necessarily wants to create pleasure already existed among
the primitive people, when during the so-called Potlatsch
neighboring tribes were to be put to shame by lavish gifts. And
even the modern gift giver is walking a thin line between disappointment
and shame on behalf of the person receiving when choosing an appropriate
present. In addition, giving a gift is complicated by the fact that
(almost) every gift has a subjective, non-material and an objective
material value - a problem which recalls the annoying removal of
the price labels from the gifts again and again. Knowing the personality
of the person receiving the gift increases the chances of the person
giving the gift, by way of a high non-material value of the gift,
to get away cheaply. On the other hand, money given as a genuine
material gift is convenient, but impersonal - which recently people
are trying to conceal by draping bank notes into sculptural origami
arrangements. A major aspect of the non-material value of a gift
is the effect of a surprise ( Überraschung)
which is delayed by the wrapping ( Verpackung)
of the gifts in order to intensify this effect ( Umweltschutz
/ environmental protection). Despite all complications from
giving at Christmas its positive values should not be forgotten.
Choosing a Christmas gift is reason to really get to know a person
close to one's heart. And finally, economically speaking, the habit
of giving a gift for Christmas is the main reason for existence
of many industries in the retail trade ( Weihnachtsmarkt
/ Christmas fair). For bookstores, for example, December sales
decide on their annual profit. Talking about books: What must be
the most wonderful contribution of world literature to the philosophy
of giving gifts at Christmas is the tale The
Gift of the Magi by the American humorist O'Henry
(* 1862 1910), with magical illustrations
by Lisebth Zwerger (* 1954),
available from bookstores at € 13.80. (Remember to remove the
price tag!)
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