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Fjord

Offizieller Name: Suomen Tasavalta / Republik Finnland Hauptstadt: Helsinki Lage: 64° Nord 26° Ost Fläche: 337.030 km2 Bevölkerung: 5.214.512 (Juli 2004) Kinder im bescherungspflichtigen Alter: 914.375 (17,5%), davon 466.036 Jungen und 448.339 Mädchen Religionszugehörigkeit: evangelisch-lutheranisch 89%, russisch-orthodox 1% Muttersprache: Finnisch 93,4%, Schwedisch 5,9% Währung: 1 Euro = 100 Cent EU-Beitritt: 1995 Sitze im EU-Parlament: 14 Official designation: Suomen Tasavalta / Republic of Finland Capital: Helsinki Location: 64° North 26° East Area: 337,030 km2 Population: 5,214,512 (July 2004) Number of children old enough to receive Christmas gifts: 914,375 (17.5%), of which 466,036 boys and 448,339 girls Religious confession: Lutheran 89%, Russian-Orthodox 1% Native language: Finnish 93.4%, Swedish 5.9% Currency: 1 Euro = 100 Cent Joined the EU: 1995 Seats held in EU Parliament: 14

In weiten Teilen Finnlands ist die kalte Jahreszeit zugleich eine besonders dunkle, denn nördlich des 60sten Breitengrades wird der Winter leicht zu einem endlosen Warten auf die Rückkehr des wärmenden Sonnenlichts. Auch in gemäßigteren Zonen hat Weihnachten ja unter andrem auch den Sinn, über die langen Wochen der Kälte und Finsternis hinwegzutrösten – und desto mehr ist dies naturgemäß nahe am Polarkreis der Fall, wo sich selbst Eisbären und Rentiere warm anziehen müssen, um den bitterkalten Winter zu überstehen.

Vielleicht liegt es daran, dass die finnischen Weihnachtsfeiern früher als alle anderen in Europa beginnen: Schon im Oktober macht sich in allen möglichen Vereinen und Verbänden, in den Frauenorganisationen zur Vorbereitung der Adventsbasare und in den Firmen und Geschäften Weihnachtsstimmung breit. Ältere Finnen meinen, dass tatsächlich das Weihnachtsfest in Finnland Jahr für Jahr früher beginne. Tatsache ist, dass bereits seit den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts die Sitte der Pikkojoulu um sich gegriffen hat, das sind die liebevoll so genannten "Kleinweihnachtsfeiern“, die die lange Zeit bis zum 24. Dezember überbrücken helfen.

Wo es von Natur aus so dunkel ist, da gibt es ein umso größeres Verlangen nach künstlicher Beleuchtung. Und so ist die Tradition der weihnachtlichen Illumination von Straßen und Plätzen in Finnland besonders tief verwurzelt. So wird in der Küstenstadt Pietarsaari bereits seit 1840 die Storgatan-Allee Jahr für Jahr in ein Lichtermeer verwandelt.

Dass der Nikolaus-Tag in Finnland kein echtes vorweihnachtliches Highlight ist, hat einen politischen Grund. Zufällig fällt nämlich der finnische Unabhängigkeitstag ebenfalls auf den 6. Dezember: An diesem Tag erklärte das finnische Parlament 1917 das Land für selbstständig. Desto feierlicher wird am 13. Dezember der Tag der Heiligen Lucia begangen, ein Brauch, der in den frühen 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts aus Schweden übernommen wurde.

Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis sich endlich Joulupukki auf den Weg macht, der finnische Weihnachtsmann, der den Sommer in seinem Hauptsitz in Lappland verbringt und ein überaus gutgläubiger älterer Herr ist. Seit der finnische Rundfunk 1927 eine kleine Indiskretion begangen hat, weiß in Finnland jedes Kind, wo genau Joulupukki beheimatet ist, nämlich in dem Berg Korvatunturi in Ostlappland, weit weg von den Städten in einer geräumigen Höhle. Zwar hat man den direkten Zugang zu dieser Höhle trotz emsiger Nachforschungen bis heute nicht entdecken können, aber immerhin gibt es eine Theorie, warum sich der Weihnachtsmann ausgerechnet hier niedergelassen hat. Korva ist nämlich das finnische Wort für „Ohr“, und tatsächlich ist der Berg wie ein Ohr geformt. Dies hat den Vorteil, dass Joulupukki die Weihnachtswünsche der Kinder in aller Welt gut hören kann, selbst wenn sie nur geflüstert werden: Die ohrförmigen Bergwände verstärken den Klang und machen alle Wünsche unüberhörbar. Ob sie aber auch erfüllt werden? Das hängt nun freilich wie überall auf der Welt davon ab, ob die Kinder im zurückliegenden Jahr auch artig gewesen sind. Hier kommt nun die erwähnte Gutgläubigkeit von Joulupukki ins Spiel. Beim Betreten des Hauses stellt er nämlich die immer gleiche Frage: „Gibt es brave Kinder hier?“ Und er erhält die immer gleiche Antwort: „Jaaa!“ Dass der brave finnische Weihnachtsmann Zweifel an der Richtigkeit dieser Antwort hat, soll dem Vernehmen nach nur sehr selten vorkommen. Ja, mehr noch: Er lässt sich von den Kindern sogar beim Abladen und Verteilen der Geschenke helfen – vorausgesetzt, dass sie sich zuvor mit roten Mützchen kostümiert haben.

Für den Beginn der eigentlichen Weihnachtsfeierlichkeiten gibt es in Finnland seit vielen Jahren einen exakten Zeitpunkt: den 24. Dezember, 12:00 Uhr mittags. Dann nämlich wird vom Balkon des Doms in Turku, der ehemaligen Hauptstadt, der Weihnachtsfrieden verkündet, eine Tradition, die es schon seit 500 Jahren gibt und die früher sogar rechtliche Konsequenzen hatte, wurden doch Verbrechen, die in dieser Friedenszeit begangen wurden, härter bestraft. Ebenfalls seit langer Zeit gedenkt man in Finnland zu Weihnachten auch der verstorbenen Verwandten. So begeben sich an Heiligabend nach Einbruch der Dunkelheit die Familien zum Friedhof und schmücken die Gräber mit Kränzen, Tannenzweigen und vielen Kerzen. In der Nacht auf den 25. Dezember bietet so ein finnischer Friedhof mit seinen tausenden durch den Schnee schimmernden Lichtern ein unvergessliches Bild!

Nach der Rückkehr vom kalten Friedhof ist der obligatorische Gang in die Sauna eine desto größere Wohltat. Da die kulinarischen Genüsse, zum Beispiel der traditionelle Steckrübenauflauf oder der Rosolli-Salat, meist schon Tage vorher zubereitet wurden, kann man nun der verbleibenden Festzeit in aller entspannten Gemütlichkeit entgegensehen, selbst wenn am 1. Weihnachtstag noch ein Kirchgang auf dem Programm stehen sollte.

Eine Besonderheit gibt es in Finnland auch, was die Dekoration des Christbaums betrifft. Ähnlich wie inDänemark gehören nämlich auch hier viele bunte Wimpel zwischen die Zweige. Allerdings schmücken die Finnen ihren Baum keineswegs nur mit dem blau-weißen Fähnchen des eigenen Landes, sondern mit vielen bunten Fähnchen aus aller Welt. Dieser Brauch soll die Freundschaft zwischen den Völkern beschwören.

Zu Tapaninpäivä, dem Tag des Heiligen Stephan am 26. Dezember, lädt man sich gern zu Freunden oder Verwandten ein und trifft sich zu fröhlichen Partys beim Tapani-Tanz in Restaurants, denn auch mit der stillen Andacht muss es bald einmal sein Bewenden haben. Allenfalls wird noch das eine oder andere frohe Weihnachtslied angestimmt, zum Beispiel eins der Fem julsånger des finnischen Komponisten Jean Sibelius (*1865 †1957).

In many parts of Finland the cold season is simultaneously a particularly dark one, as to the north of the 60th parallel winter often turns into a seemingly endless wait for the return of the warm rays of the sun. Even in milder zones, the idea of Christmas (Weihnachten) is to provide comfort over the longs weeks of cold and darkness – and this is naturally even more so the case near the polar circle, where even polar bears and reindeers have to dress up warmly to survive the bitter coldness of winter.

Maybe this is because Finnish Christmas celebrations start sooner than anywhere else in Europe: October already rings in a Christmas feel (Weihnachtsfeier) at companies and businesses, with various associations and women’s organisations preparing Advent bazaars. Older Fins are of the opinion that in fact, Christmas festivities in Finland are starting sooner by the year. The truth is that since the 20s of the past century
the custom of Pikkojoulu, endearingly called “small Christmas festivities”, which is to help bridge the long period until December 24, has been rampant.

Where nature creates such darkness, there is an even greater need for artificial lighting. As a result, the tradition of Christmas illumination on the streets and squares of Finland runs particularly deep. For example, the coastal city of Pietarsaari has seen the Storgatan Alley be turned into a sea of lights year in, year out since 1840 already.

That the Nikolaus day (Nikolaus) in Finland is not a real pre-Christmas highlight has a political background. By chance, the Finnish Independence Day equally falls on December 6: On this day in 1917, the Finnish parliament declared the country’s independence. Things are more ceremonial on December 13, the day of Saint LUCIA, a custom adopted during the early 20s of the 19th century from Sweden
(Schweden).

It is not long after this that Joulupukki, the Finnish Father Christmas
(Weihnachtsmann) who spends the summer months at his domicile in Lapland and is an extremely innocently trusting man, sets out. Since Finnish radio committed a minor indiscretion in 1927, every child in Finland knows just where Joulupukki is at home, to wit in the Korvatunturi mountain in East Lapland, far away from the cities, in a spacious cave. Although the immediate entrance to this cave has not been found to this day in spite of zealous efforts, there is a theory about why Santa settled in this particular spot. Korva is the Finnish word for “ear” and in fact, the mountain is shaped like an ear. This has the advantage that Joulupukki can hear the children’s Christmas wishes all around the world particularly well, even if they are only whispered: The ear-shaped mountain walls reinforce the sound and make all wishes unmistakable. Will they be fulfilled? This clearly depends, just like anywhere else in the world, on whether the children behaved well throughout the year. This is where the innocent trust of Joulupukki comes in. When entering the house he always asks the same question: “Are there any good children in the house?” And time and time again, he receives the same response: “Yessss!” Apparently, the good Finnish Father Christmas rarely doubts the accuracy of this reply. Even more so: He even allows the children to help him unload and distribute the gifts – provided that they put on little red hats beforehand.

In Finland, the actual Christmas festivities have commenced for many years now on a precise day: December 24, 12:00 noon. This is when the balcony of the Dome in Turku, the former capital, pronounces peace at Christmas – a tradition which has been in place for 500 years and which in the past even held legal consequences, as crimes committed during these times of peace were punished more severely. Equally, for a long time now, Christmas has been a time when Fins commemorate relatives passed away. On Christmas Eve, once darkness has fallen, families walk to the cemetery and adorn the tombs with wreaths, branches of fir and many candles. During the night of December 25 a Finnish cemetery is an unforgettable sight, with its thousands of lights glowing in the snow!

After returning from the cold cemetery an obligatory visit to the sauna tends to be an even greater delight. Since the culinary delights, such as traditional swede soufflé or Rosolli salad were prepared days before, the remaining festive season can be enjoyed in great relaxation, even if on the 1st day of Christmas a visit to church is on the agenda.

Finland has a particularity when it comes to decorating the Christmas tree (Christbaums). Similar to Denmark (Dänemark), many colourful pendants are put up between the twigs. However, the Fins do not decorate their trees exclusively with small blue and white flags of their country, but with many colourful flags from all around the world. This custom is to evoke friendship among the nations.

On Tapaninpäivä, or St. Stephen’s Day on December 26, one tends to invite friends or relatives and meet for a merry get-together during a Tapani dance at restaurants, as even a quiet peaceful worship has to end at some point. If anything, the occasional Christmas carol (Weihnachtslied) is belted out, for example one of the Fem julsånger by the Finnish composer Jean Sibelius (*1865 †1957).

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